Inklusives Tanztheater
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Aktuelle multifil identity Besetzung von Kafkasia


Max


Foto vom mehrfachbehinderten multifil identity Tänzer Max Maximilian Gäbler ist 18 Jahre und lebt mit seinen Eltern und seinen 2 jüngeren Geschwistern in der Dresdner Neustadt. Wenn er nicht gerade in der Schule ist, bewegt er sich sehr gern an der frischen Luft. Er liebt es auf seinem großen Trampolin im Garten abwechselnd wild zu springen oder zu chillen. Schaukeln findet er ebenfalls klasse, aber nur, wenn es ganz hoch ist. Er geht gern Spazieren und Wandern, am liebsten im Wald mit ein paar kleinen Hindernissen. Zu Hause hört er mit Vergnügen Musik und tanzt dazu, liegt im Bett herum und entspannt oder kuschelt mit seinen Eltern. "Behindert" ist er, seit er im Alter von 3 Monaten eine schlimme Krankheit durchgemacht hat, die leider das Gehirn massiv geschädigt hat. Aber davon lässt er sich nicht beeindrucken, jeden Tag zeigt er uns, dass er glücklich ist zu leben und er richtet den Fokus immer wieder auf die kleinen Dinge. Besonders beeindruckend ist, dass Maximilian immer in der Gegenwart, genau bei dem gerade stattfindenden Moment ist und diesen damit 100% auskostet. Er kann einen viel inspirieren, wenn man ihn lässt.

Olaf


Foto vom multifil identity Tänzer Olaf Mein Name ist Olaf Straube, ich bin 1979 in Dresden geboren und ein Bewegungsmensch. Ich habe nie einen Tanzkurs besucht, so dass dieses Spielfeld für mich sehr offen ist. Als mich vor ein paar Jahren ein guter Freund mit in einen Technoclub nahm, wurde ich vom kraftvollen und spürbaren Bass körperlich neu erweckt. Seit dem ist die klangunterstützte Bewegung für mich meine größte Antriebsfeder in meinem Leben, die schönste Spielform, ein bewegtes Gebet. Als Reformpädagoge versuche ich Wachstumsprozesse meiner Mitmenschen unterstützend zu begleiten. Der Kontakt zu Bronislav kam zustande, als ich mit meiner mobilen Box in der Stadt zu elektronischer Musik tanzte. Bewegt verändere ich mich und die Welt und stelle die Frage nach der Bedeutung von Freiheit.

Bronislav


Foto vom tschechischen multifil identity Profi-Tänzer Bronislav Ronznos Mein Name ist Bronislav Roznos und ich komme aus der tschechischen Stadt Hodonín, in der Nähe von Brünn, wo ich mit 10 Jahren mein neunjähriges professionelles Tanzstudium begonnen habe. Nach dem Abschluss des Konservatoriums Brünn war ich am Prager Kammer-Ballett von Pavel Šmok vier Jahre als Solo Tänzer verpflichtet. In dieser Zeit besuchte ich die Akademie der Künste in Prag, wo ich Choreografie studierte. 1990 bin dann nach Deutschland umgezogen, wo ich seitdem lebe und arbeite. Erst als Solo Tänzer am Theater Ulm und am Nationaltheater Mannheim. Mit 28 Jahren wurde ich Ballettdirektor und Chefchoreograf, zuerst am Theater Plauen-Zwickau, später am Volkstheater Rostock, engagiert. In darauffolgenden 18 Jahren schuf ich über 40 abendfüllende Tanztheater-Werke (Uraufführungen). Als Gastchoreograf war ich ebenfalls am Nationaltheater Prag, Staatsoper Prag, Nationaltheater Brünn und Theater J.K. Tyla in Pilsen verpflichtet und mehrere Gastspiele hatte ich in Bastia auf Korsika.
2013 begab ich mich erneut auf die Suche, als freischaffender Choreograf in Dresden, um für mich selbst neue Wege zu finden. Dabei habe ich alle diese Menschen, die mein Projekt multifil identity mitrealisieren, kennengelernt. Die meisten meiner Wegbegleiter auf diesen Weg sind Laien. Sie alle waren und sind bereit, auch ihre eigenen neuen Wege, zusammen mit mir zu gehen. Seitdem erlebe ich die intensivste und hoch inspirierende Zeit denn je. Alle diese charismatischen Menschen mit und ohne Behinderung, mit und ohne Migrationshintergrund, Profis wie Laien sind nach 10 Monaten künstlerischer Arbeit zu einer hoch interessanten Einheit geworden, die man ohne Zweifel als eine "Tanztheater-Kompanie der besonderen Art" bezeichnen kann. Die Linie meines Schaffens hat einen anderen Weg genommen, wobei der Anspruch auf kreative und künstlerische Qualität meiner Arbeit am Maß nichts verloren hat. Ich genieße die künstlerische und menschliche Freiheit.

Milan von Setkání zu Gast


Foto vom tschechischen Setkani Tänzer Milan Mein Name ist Milan Zeman und bei meinem Beruf ist tanzen für mich eine große Erleichterung für Körper und Seele. Ich arbeite in einem Büro an Entwicklung und Buchhaltung. Vor ein Paar Jahren könnte ich mir nicht vorstellen, dass ich irgendwo tanzen und Theater Stücke entwickeln würde. Eine Beziehung zum Theater hatte ich schon immer, aber erst nachdem ich mit der Arbeit in unserem Brünner Ensemble begonnen habe, wurde ich erst aktiv. Am Anfang beteiligte ich mich an jährlichen Theaterfestivals. Später kam ich auf Empfehlung meiner Dozentin an das Brünner Theater Bárka, wo ich ab 2012 Mitglied der inklusiven Kompanie "Proty Boty" bin. Wir konnten unsere abendfüllenden Inszenierungen in Tschechien, aber auch international, präsentieren. Wie in Paris und nicht zuletzt in Dresden. Hier lernten wir die Dresdner Kompanie multifil identity und es wurde uns angeboten, an einer gemeinsamen Inszenierung "Kafkasia" zu arbeiten. Für mich persönlich ist es eine große Ehre, an einer solchen Herausforderung teilzunehmen. Ich habe immer noch die Motivation, mich zu verbessern und jedem, der mir dabei hilft, gehört mein großer Dank.

Mila von Setkání zu Gast


Foto von der tschechischen Setkani Senior-Tänzerin Mila Mein Name ist Mila Vašíčková. Seit meiner Kindheit liebe ich es mich zu bewegen. Es war schwer, mich an einem Ort zu finden. Wie fast jedes kleine Mädchen ging ich zum Ballett. Dazu das Schauspiel und das Puppentheater. Ich habe Standardtänze am College studiert. Dann kamen Kinder und ich tanzte wieder erst, als ich alle drei großgezogen habe. Dann begann die Bewegung und Tanz meine Vollzeit Beschäftigung zu seil. Zu erst interessierte mich Jazzdance und Flamenco. Ich besuchte Sommertanzschulen und die Gelegenheit, von morgens bis abends in einem Probenraum zu sein, war der schönste Urlaub für mich. Seit 15 Jahren bin ich Teil des ProART Festivals, wo ich Workshops für Tanzimprovisation, Tanztheater und Schauspiel auswählte. Ich genieße es jedes Mal etwas Neues zu lernen. Seit 2005 bin ich Mitglied und Tänzer der Gruppe Proty Boty. Ich widme mich auch der Produktion, Gestaltung von Plakaten und Programmheften. Jedes Jahr stellen wir die Premiere einer Tanztheaterproduktion und mehrere kürzere Aufführungen vor. Proty Boty sind mehr als Freizeitaktivitäten für mich, ich genießen es, einen Weg zu finden, eine Performance zu kreieren, Teil der Bühne des Theaters und der Festivals zu sein. Die Kompanie multifile Identity habe ich beim Festival in Dresden getroffen. Das kreative Schaffen von Bronislav Roznos hat mich gleich angesprochen und als ich das Angebot für die Zusammenarbeit im Kafkasia-Projekt erhielt, nahm ich es mit Freude an. Das Thema ist sehr stark und interessant für mich, ich begann mich an die Zeit zu erinnern, als ich mich zum ersten Mal mit der Arbeit von Franz Kafka auseinander setzte.

Tereza von Setkání zu Gast


Foto von der tschechischen Setkani Profi-Tänzerin Tereza Lepold-Vejsadová Ich heiße Tereza Lepold-Vejsadová und ich bin 34 Jahre alt. Seit meiner Kindheit bin ich dank meiner Eltern, die auch professionelle Tänzer sind und in ausländischen Ensembles arbeiten, in einer Tanz- und Theaterumgebung zuhause. Ich habe Tanz und Malerei studiert und auch die Arbeit von Tänzern in der Welt kennen gelernt. Ich war zwei Jahre mit meinem Vater in der Kibbuz Contemporary Dance Company in Israel und am Mannheimer Theater. Seit 2015 bin ich als freischaffende Choreografin tätig. Während dieser Zeit arbeitete ich an Tanzprojekten wie "Industra Bühne", "ProArt Company", "Bühne z.s." und "ORBITA z.s". Daneben bin ich als Dozentin, Tänzerin und Choreografin in der Inklusiven Tanzgruppe "Proty Boty" in Brünn engagiert und bin die Gründerin meiner eigenen inklusiven Tanzgruppe "Setkání".
Bronislav und ich kennen uns seit der Kindheit, beziehungsweise Jugendzeit. Er hat mich als kleines Kind, während seines Studiums am Tanzkonservatorium in Brünn, kennengelernt. Also ist er für mich etwa wie mein älterer Bruder. Nach langer Zeit mit Unterbrechungen haben wir uns wieder in Dresden bei einem inklusiven Tanz-Workshop im Rahmen eines internationalen inklusiven Tanztheaters-Festivals getroffen. Wir haben festgestellt, dass wir auf derselben Welle gleiten und uns spontan entschlossen, ein gemeinsames Werk zu schaffen.